Thema der Woche: Daten | Fakten | Argumente
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Bericht aus Brüssel
Deutsch-britische Wirtschaftsbeziehungen: Friends with benefits!
Geopolitische Spannungen, stark gestiegene Energiepreise oder anhaltende Lieferkettenrisiken erschweren unternehmerisches Handeln derzeit weltweit. Umso wichtiger werden stabile Wirtschaftspartnerschaften, gerade auch zu unseren unmittelbaren Nachbarn. Vor diesem Hintergrund rückt die deutsch-britische Zusammenarbeit am 27. April beim “Germany-UK Business-Government Forum” in den Fokus. Hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft beider Länder diskutieren im Haus der deutschen Wirtschaft eine zentrale Frage: Wie können Deutschland und das Vereinigte Königreich ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit und Widerstandsfähigkeit stärken?
 
Engere Vernetzung läuft auf Hochtouren – auf EU-Ebene… 
 
Nachdem der Brexit vor nunmehr sechs Jahren gewachsene Wirtschaftsstrukturen schwer beschädigt hat, wollen die Europäische Union (EU) und das Vereinigte Königreich wieder stärker kooperieren. Angesichts gemeinsamer Interessen und Werte sollten beide Seiten ihre Zusammenarbeit vertiefen – mit möglichst engen institutionellen Beziehungen in allen relevanten Bereichen: Von laufenden Verhandlungen im Agrarbereich und beim EU-Emissionshandelssystem bis hin zu Fragen der Wirtschaftssicherheit.
 
Solange ein Wiederbeitritt zur EU nicht absehbar ist, befürwortet die deutsche Wirtschaft auch britische Bestrebungen hin zu einer Zollunion oder einer stärkeren Anlehnung an den Binnenmarkt. Der nächste Gipfel zwischen EU und Großbritannien im Sommer 2026 bietet für entsprechende Diskussionen eine gute Gelegenheit.
 
… und in der bilateralen Wirtschaftskooperation 
 
Die Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz, industriellen Verzahnung und internationalen Wettbewerbsfähigkeit gewinnt auch auf bilateraler Ebene für Deutschland und Großbritannien an Bedeutung. Eine länger anhaltende Krise im Nahen Osten hätte spürbare Folgen und würde in beiden Ländern aufgrund höherer Energiekosten und steigender Inflation die Wachstumsaussichten für das laufende Jahr gefährden. Auf deutscher Seite leidet die Wirtschaft zudem noch unter strukturellen Problemen, wie hohen Kosten und Steuern sowie einer überbordenden Bürokratie. Das verstärkt das Risiko einer erneuten Stagnation.
 
Im Hinblick auf ihr Geschäft der nächsten zwölf Monate berichten die deutschen Unternehmen in Großbritannien mehrheitlich von stabilen Erwartungen. Das geht aus einer noch nicht veröffentlichten Umfrage der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer (AHK Großbritannien) hervor. Allerdings sind die Aussichten für die britische Wirtschaft deutlich eingetrübt: Gegenüber früheren Umfragen schätzen Unternehmen die konjunkturelle Entwicklung in Großbritannien aktuell sehr negativ ein. Energiekosten und Logistikprobleme gehören zu den größten Risiken für das künftige Geschäft.
 
Vor dem Hintergrund der gemeinsamen Herausforderungen rücken die bilateralen Beziehungen des Vereinigten Königreichs zu Deutschland stärker in den Fokus. Der Deutsch-Britische Freundschaftsvertrag vom letzten Juli, der “Kensington Treaty”, stellt eine neue strategische Grundlage dar. Er bildet den Rahmen für die Zusammenarbeit beider Länder in wichtigen Bereichen wie Verteidigung, Innovation, Digitalisierung und Energieinfrastruktur. Darauf sollten Deutschland und Großbritannien im Interesse der Unternehmen aufbauen und weitere Kooperationsmöglichkeiten eröffnen.
 
Starke Zahlen für eine starke Wirtschaftspartnerschaft 
 
Solche Signale sind für die rund 2.500 in Großbritannien tätigen deutschen Unternehmen sowie für zahlreiche britische Investoren in Deutschland enorm wichtig. Sie sind auf Planungssicherheit, Vertrauen und partnerschaftliche Weiterentwicklung der Wirtschaftsbeziehungen angewiesen.
 
Der “Kensington Treaty” ist ein Schritt in die richtige Richtung, es braucht aber noch konkrete Impulse. Die aktuellen Handelszahlen verdeutlichen den Nachholbedarf: Zwar erreichte der bilaterale Handel 2025 ein Gesamtvolumen von 118,4 Milliarden Euro und überholt erstmals den Wert vor dem Brexit. Das Niveau von über 127 Milliarden Euro im Rekordjahr 2015 (also vor dem Brexit-Referendum) bleibt aber unerreicht. Das Vereinigte Königreich ist nach dem EU-Austritt von Rang fünf der deutschen Handelspartner weltweit auf Platz neun gerutscht. Für Großbritannien ist Deutschland hingegen Handelspartner Nummer drei hinter den USA und China. Die Aufholjagd in schwierigem Fahrwasser kann durch weitere gemeinsame Anstrengungen gefördert werden.
 
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) unterstützt daher noch engere Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien. Nun gilt es, die zentralen Anliegen gezielt in den Austausch zwischen Politik und Wirtschaft einzubringen – wie etwa beim “Germany‑UK Business‑Government Forum”, das die DIHK gemeinsam mit der AHK Großbritannien und dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) ausrichtet. Denn mehr Wachstum und wirtschaftliche Resilienz in Deutschland und Großbritannien bringen benefits für die ganze europäische Wirtschaft!
 
Kontakt:
Sara Borella, DIHK Berlin, +49 30 20308 2304
 
 
 
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